Win-win für Wirtschaft & Umwelt: Green-AI Hub beim Bitkom-Summit
Wie unterstützt KI ökologische Ziele? Und wie profitiert die Wirtschaft davon? Impulse zu diesen Fragen gab es auf dem Bitkom Digital Sustainability Summit in Berlin. Dr. Constanze Haug, Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG), stellte vor Ort den Green-AI Hub vor.
Große Potenziale bei nachhaltiger KI
Der Summit brachte die Digitalbranche, Nachhaltigkeitscommunity, Wissenschaft und Politik zusammen. Ein Ergebnis: Nachhaltige KI-Infrastrukturen seien bereits ein relevanter Faktor in Wirtschaft und Unternehmen. Gleichzeitig gebe es noch große Potenziale. Die Geschäftsführerin der ZUG, Constanze Haug, berichtete im Panel „Growth AI meets Green AI“ aus dem Green-AI Hub des Bundesumweltministeriums. Ihr zufolge sei die Nachhaltigkeitsfrage zentral, wenn Künstliche Intelligenz entwickelt und eingesetzt wird. KI könne nicht nur die Effizienz steigern, sondern dazu beitragen, ökologische Ziele zu erreichen.
Gleichzeitig sei der Einsatz von KI immer mit Kosten für Umwelt und Klima verbunden, auch wenn das Ziel Nachhaltigkeit sei. Beim Green-AI Hub ist Nachhaltigkeit klar im Fokus: Ressourcen- bzw. Materialeinsparungen werden hier explizit ermittelt und sind Voraussetzung für die Projekte direkt in den beteiligten Unternehmen. KI sei dann ein ökologischer und ökonomischer Win-win für den Mittelstand.
Green AI made in Europe
Energie- und ressourceneffiziente KI-Infrastrukturen könnten zu einem entscheidenden Merkmal Deutschlands und Europas im globalen Wettbewerb werden. Laut Rebekka Weiß, Head of Regulatory Policy bei Microsoft, sei nachhaltige KI bereits ein wesentlicher Standortfaktor. So könne beispielsweise die Automobilindustrie mit KI die eigene Fehlerquote um 60 Prozent reduzieren. Nötig seien Anreize und konkrete Projekte, so die Panelist*innen. Dann könnten KI-Technologien effizient, ressourcenschonend und langfristig tragfähig betrieben werden.
Wie KI nachhaltig gestaltet werden könne, zeigte Prof. Dr. Antonio Krüger vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Wird die Nachhaltigkeit von KI eingeschätzt, müsse ihr Lebenszyklus vollständig betrachtet werden. Die im Green-AI Hub entwickelten „Guidelines for Green AI“ liefern genau dazu einen klaren Leitfaden für KI-Entwickler*innen und auch für Unternehmen.
Learnings aus dem Green-AI Hub
Learnings aus dem Green-AI Hub präsentierten Antje Klemichen (VDI ZRE) und Johannes Fischer (ZUG). Sie zeigten, wie digitale Lösungen im Mittelstand und in der Industrie wirken können. Für den Erfolg von KI-Projekten relevant seien demnach eine verlässliche Datenbasis sowie die Tatsache, dass Unternehmen ihre Mitarbeitenden in KI-Projekte einbeziehen. Es gehe nicht nur um den Aufbau von Tools, sondern von Wissen im Betrieb. Auch reiche für viele KI-Projekte in der Produktion schon Standardsoftware aus; energieintensive Lösungen seien nicht notwendig. Dies komme wiederum dem Klima zugute.
Die Projekte des Green-AI Hub haben außerdem gezeigt: Je höher der eigene Digitalisierungsgrad, umso schneller erzielen Unternehmen Einsparungen bei Ressourcen und Material. So konnten die 14 Projekte im verarbeitenden Gewerbe jeweils bis zu 15 Prozent ihres jährlichen Material-Footprints einsparen. Die erfolgreichen KI-Lösungen sollen nun weiter skaliert werden.
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