24.06.2026

KI als Game-Changer für die Circular Economy

Wie profitieren Unternehmen von Künstlicher Intelligenz? Der Green AI Hub stellte auf der „Künstliche Intelligenz – Eine F.A.Z.-Konferenz“ im Kloster Eberbach Erkenntnisse aus seinen Projekten vor.

KI bietet einen spürbaren Mehrwert für Unternehmen, die sie gezielt für mehr Ressourceneffizienz und zirkuläres Wirtschaften einsetzen. Drei Faktoren sind laut Lukas Schießer und Fabian Reichwald vom Green AI Hub dafür besonders wichtig: eine verlässliche Datengrundlage, die Offenheit und der Einbezug der Mitarbeitenden sowie das Verständnis von KI als gemeinsames Lernfeld. Der Green AI Hub demonstrierte darüber hinaus, dass bereits kleine, praxisnahe Anwendungen große Wirkung erzielen können. Unternehmen mit hohem digitalem Reifegrad können KI schneller ausrollen und profitieren früher von Effizienzgewinnen. Wo Daten gut strukturiert vorlagen und Schnittstellen verfügbar waren, ließ sich KI besonders zügig implementieren. Betriebe mit eigener Software-Expertise erzielten die größten Skalierungseffekte. Auch in einem bereits hocheffizienten Umfeld wie der Produktion kann KI relevante Einsparungen erzielen oder gar ganze Prozesse neu definieren.

Datenqualität ist entscheidend

Martin Gawenda, geschäftsführender Gesellschafter der Heismann Drehtechnik GmbH, stellte dazu das gemeinsame Pilotprojekt mit dem Green AI Hub vor. Präzision im nicht mehr mit dem menschlichen Auge sichtbaren Bereich steht beim Drehteilhersteller im Fokus. In den Maschinen entstehen bei hohen Temperaturen und hohen Taktungen leider immer auch Fehler, und Materialien gehen unnötig verloren. Das KI-Pilotprojekt mit dem Green AI Hub schuf Abhilfe. Eine frühzeitige Fehlererkennung und eine optimierte Nachjustierung konnten den Ausschuss reduzieren. Für den Erfolg spielten neben dem KI-Einsatz unter anderem die Datenqualität und die Qualitätssicherung eine besondere Rolle. Wie viel Material Heismann damit einspart, erfahren Sie hier.

Hohe Skalierungseffekte möglich

Das zweite Beispiel Fieldcode zeigte, wie hoch diese Effekte skaliert werden können. Fieldcode ist ein international tätiges Softwareunternehmen aus Nürnberg, das eine cloudbasierte Plattform zur Verwaltung von Außendiensteinsätzen anbietet. Im Rahmen des Pilotprojekts mit dem Green AI Hub wurde ein LLM-basiertes System entwickelt, das automatisch analysiert, ob ein Problem remote gelöst werden kann oder ob ein Einsatz mit bestimmten Ersatzteilen notwendig ist. Möglich wird so eine präzisere Diagnose, eine höhere First-Fix-Rate und weniger unnötige Fahrten sowie Ersatzteiltransporte. So werden Kosten gesenkt, Ressourcen geschont und CO₂-Emissionen reduziert.

KI bietet neue Geschäftsfelder für die Circular Economy

Auf der F.A.Z.-Konferenz stellte der Green AI Hub außerdem seinen neuen Produktchat vor. Die Anwendung besteht aus einem KI-Modell, das mit dem digitalen Produktpass eines Staubsaugroboters kommuniziert. Die Nutzenden können so mehr über Bauteile, Reparatur und Wiederverwendung elektronischer Geräte erfahren. Das entsprechende KI-Modell steht als Open-Source-Lösung Unternehmen zur Verfügung, um ähnliche Anwendungen zu erkunden und zu implementieren.

Innovation trifft Praxis

Die F.A.Z.-Konferenz beleuchtete die neuesten Entwicklungen und Potenziale von KI. Expert*innen, Vordenker*innen sowie Entscheidungsträger*innen kamen zusammen, um die neuesten Entwicklungen, Herausforderungen und Potenziale der KI-Technologien auszuloten. Gemeinsam wurde der Blick nach vorn gewagt – auf den Arbeitsmarkt, die Produktivitätsfortschritte und die Innovationen in Medizin und Chemie. Weitere Informationen erhalten Sie hier.

 

 

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