15.05.2024

Das Green-AI Hub Forum 2024

Am 14. Mai 2024 fand das Green-AI Hub Forum im Bundesumweltministerium in Berlin statt. Verantwortliche aus den ersten zehn Pilotprojekten boten spannende Einblicke in die Praxis der KI-Entwicklung und -Anwendung im Betrieb. Im offenen Austausch unterschiedlichster Branchenvertreter*innen eröffneten sich viele neue Ideen und Perspektiven, wie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) KI gewinnbringend und ressourcenschonend einsetzen können. Bundesumweltministerin Steffi Lemke eröffnete die Veranstaltung.

Steffi Lemke eröffnet das Green-AI Hub Forum 2024

Der Green-AI Hub Mittelstand ist eine Initiative im Rahmen des Fünf-Punkte-Programms „Künstliche Intelligenz für Umwelt und Klima“. Bundesumweltministerin Steffi Lemke eröffnete das jährlich stattfindende Green-AI Hub Forum und beglückwünschte die ersten Projektteams zu ihrer erfolgreichen Arbeit. Sie betonte die Bedeutung von KI für die Unternehmenswelt von morgen und unterstrich die Notwendigkeit, die Chancen von Künstlicher Intelligenz für den Umwelt- und Klimaschutz noch breiter in die Anwendung zu tragen.

Lemke: „Eine effiziente Nutzung von Ressourcen ist ein wichtiger Baustein beim Umbau der Wirtschaft hin zu Klimaneutralität und Umweltverträglichkeit. Diese große Transformation, an der wir als Gesellschaft arbeiten, besteht aus vielen einzelnen Elementen. Jedes Unternehmen, das in seinem Bereich Material und Energie effizienter einsetzt, leistet einen Beitrag zur Zukunftssicherung."

Der Green-AI Hub Mittelstand wird koordiniert durch die Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH. Die Geschäftsführenden der ZUG, Dr. Constanze Haug und Stefan Demuth, blickten im Gespräch mit Prof. Dr. Oliver Thomas vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und Moderatorin Nadine Kreutzer auf "Ein Jahr Green-AI Hub Mittelstand" zurück und zogen eine erste Bilanz.

Dr. Haug unterstrich zunächst die Bedeutung des Green-AI Hub Mittelstand für die praktische Umsetzung von KI-Strategien in Wirtschaft und Unternehmen. Dabei gelte es gerade kleinen Unternehmen zu helfen, schneller ins Handeln zu kommen, also solche Betriebe zu unterstützen, die vielleicht nicht die Zugänge der großen Industrieplayer haben.

In der Phase eben jener konkreten Umsetzung befindet sich der Green-AI Hub Mittelstand nun. Das sei der zentrale Unterschied im Vergleich zum Start der Initiative, betont auch Prof. Dr. Thomas: "Es war uns wichtig, diesen ersten Schritt zu gehen. Deshalb haben wir vor einem Jahr gezeigt, worum es grundsätzlich gehen kann, heute kommen die konkreten Beispiele. Und aus den Beispielen heraus entsteht jetzt wieder Wissen darüber, wie diese Aktivitäten übertragen werden können auf andere Anwendungsfälle. Das geht mit KI sehr gut."

Einblicke in jene konkreten Beispiele lieferten die ersten fünf Pilotprojekte des Green-AI Hub Mittelstand. Vertreter*innen der Unternehmensseite und aus der KI-Entwicklung tauschten sich live auf der Bühne zu den im Projekt gemachten Erfahrungen aus. Dem Publikum bot sich dabei immer wieder die Gelegenheit, über Fragen in direkten Austausch mit den Projektteams zu treten. So ergab sich für alle Beteiligten ein vielfältiges Bild zu den immensen Potenzialen, aber auch den Herausforderungen, die die Umsetzung von KI-Technologien in der betrieblichen Praxis mit sich bringen kann.

Herr Findeisen von der Kübler GmbH hob hervor, wie das KMU von der Thematik der grünen KI fasziniert ist und Innovationen im Unternehmen vorantreiben möchte. „KI ist ein spannendes Thema, auch vor dem Hintergrund, dass es im Bereich Hallenheizungen natürlich noch überhaupt keinen Einzug erhalten hatte. Und dann haben wir das gemacht und den Antrag gestellt und es war einfach ein super tolles Projekt!“

Wie man selbst Pilotprojekt werden kann und über welche weiteren Angebote der Green-AI Hub Mittelstand sonst noch verfügt, konnten Interessierte dem anschließenden Vortrag von Sina Born, Dr. Eduard Anton und Dr. Günter Reuscher entnehmen. Während der nachfolgenden Mittagspause gab es dann ausführlich Gelegenheit zum Austausch an den Ständen der verschiedenen Projektteams. Dort lieferten KI-Expert*innen anhand unterschiedlicher Demonstratoren auch nähere Einblicke in die Funktionsweise von KI-Technologie.

Nach der Pause bekamen auch die fünf Pilotprojekte aus der zweiten Bewerbungsrunde Gelegenheit, sich vorzustellen und ihre Erwartungen an das jeweilige Projekt zu teilen. Das Spektrum der abgebildeten Branchen ist dabei ebenso divers wie die zum Einsatz kommende KI-Technologie und reicht von Bauunternehmen (Concular GmbH) über Automobilzulieferung (Köstler GmbH) bis hin zur Lebensmittelproduktion (Brammibal's Donuts). An dieser Stelle wird deutlich, wie vielfältig einsetzbar Künstliche Intelligenz ist, und für wie viele unterschiedliche Sektoren Einsparpotenziale in Hinblick auf Kosten und Ressourceneinsatz gehoben werden können.

Herr Dr. Schäufele von der Concular GmbH für zirkuläres Bauen hob hervor: „Der Bausektor ist verantwortlich für knapp 40% der CO2-Emissionen und 60% des Abfalls. Das heißt es gibt hier sehr viel Potenzial zu heben.“

Auch Herr Pfaff von FoodTracks (Antegon GmbH) betonte: „Zum einen ist es immer gut, bestehende Algorithmen und Konzepte zu hinterfragen. Zum anderen ist der Bereich User Experience Design etwas, was wir in den letzten Jahren noch nicht so im Fokus hatten. Das sind die neuen Aspekte, über die wir uns total freuen.“

Für die erfolgreiche Arbeit der Projektteams bedankte sich auch Dr. Florian Kammerer, Leiter des zuständigen Fachreferates TI4 (Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie, Ressourceneffizienz) im BMUV. Im Schlusswort unterstrich er noch einmal die Bedeutung des Green-AI Hub Mittelstand für den Schutz von Umwelt und Klima und die Zukunftssicherung im deutschen Mittelstand.

Kammerer: „Ich musste zwischendurch an die KI-Strategie der Bundesregierung in den letzten Jahren zurückdenken, wo es erst mal hieß: KI und Umwelt – was hat das denn miteinander zu tun. Und ich denke wir haben alle zusammen deutlich gemacht, dass es einen ganz starken Zusammenhang zum einen in der Ausgestaltung der KI gibt, aber auch alles, was die ganz tollen Anwendungsfelder anbelangt. Zwei Sätze sind für mich heute in Erinnerung geblieben. Zum einen finde ich wesentlich, Angst in Chance umzuwandeln. Und dann natürlich die Innovation in die Breite zu tragen, Folgeprojekte innerhalb des Förderprogramms anzuschieben, dass hoffentlich noch länger laufen wird.“

Die Teilnehmenden nutzten zum Ausklang die umfangreichen Möglichkeiten zum Austausch und zeigten sich inspiriert von den vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von KI für mehr Ressourceneffizienz im deutschen Mittelstand.

Auf die zehn Pilotprojekte sollen in näherer Zukunft bereits weitere folgen. Präsentieren werden sie sich spätestens beim Green-AI Hub Forum in 2025 – bleiben Sie also auf dem Laufenden!

Hier gelangen Sie zur Aufzeichnung der Veranstaltung

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Der Green AI Hub Mittelstand unterstützt ausgewählte KMU aus ganz Deutschland bei der Umsetzung eines KI-Projektes mit dem Ziel, Ressourcen einzusparen. Bis Ende 2025 wird der Green-AI Hub Mittelstand insgesamt bis zu 20 solcher praktischen Pilotanwendungen umsetzen – hier geht es zur Bewerbung.

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