Künstliche Intelligenz als Innovationsmotor – ein Drittel der Unternehmen nutzen generative KI
Der aktuelle Indikatorenbericht zur Innovationserhebung 2025 des Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeigt deutlich: Künstliche Intelligenz (KI) ist in der deutschen Wirtschaft angekommen – und gewinnt rasant an Bedeutung. Immer mehr Unternehmen setzen KI in Produkten und Geschäftsprozessen ein oder experimentieren mit generativen KI-Anwendungen. Gleichzeitig offenbaren die Ergebnisse große Unterschiede zwischen Branchen, Unternehmensgrößen und Reifegraden der KI-Nutzung. Für den Mittelstand stellt sich damit zunehmend die Frage, wie KI nicht nur kurzfristig eingesetzt, sondern zukunftsfähig, verantwortungsvoll und nachhaltig genutzt werden kann.
KI-Nutzung nimmt deutlich zu
Laut ZEW nutzte im Frühjahr 2025 bereits gut ein Viertel der Unternehmen in Deutschland KI aktiv in Produkten oder Geschäftsprozessen. Während der KI-Einsatz bis 2022 noch eine Randerscheinung war, setzte ab 2023 eine schnelle Diffusion ein. Besonders stark verbreitet ist KI in den Dienstleistungsbranchen, wo rund 28 Prozent der Unternehmen KI einsetzen, während die Industrie bei etwa 19 Prozent liegt.
Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung ist die generative KI. Bereits 33 Prozent aller Unternehmen im Berichtskreis der Innovationserhebung nutzten 2025 generative KI-Anwendungen – häufig zunächst im Experimentier- oder Unterstützungsmodus. Auffällig ist, dass viele Anwendungen noch nicht fest in Geschäftsprozesse integriert sind, sondern von Beschäftigten eigenverantwortlich genutzt werden. Gleichzeitig zeigt sich: Der überwiegende Teil der Unternehmen greift auf von Dritten entwickelte KI-Lösungen zurück; eigene KI-Entwicklungen sind bislang vor allem bei Großunternehmen verbreitet.
Ebenfalls auffällig: KI wird v.a. in der Informations- sowie der Beratungsbranche eingesetzt. In produzierenden und verarbeitenden Industrien wie Maschinenbau, Kunststoffverarbeitung oder der Metallindustrie ist KI bisher unterdurchschnittlich bis kaum verbreitet.
Mittelstand zwischen Experimentierphase und strukturellen Hürden
Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) eröffnet KI erhebliche Chancen – etwa zur Effizienzsteigerung, zur Kostenreduktion durch Prozessinnovationen oder zur Entwicklung datenbasierter Geschäftsmodelle. Dennoch liegt die KI-Nutzungsquote bei KMU mit knapp 25 Prozent deutlich unter der von Großunternehmen. Gründe hierfür sind unter anderem fehlende personelle Ressourcen, Unsicherheiten bei rechtlichen und ethischen Fragen sowie der Mangel an strategischem Know-how zur nachhaltigen Integration von KI.
Zugleich macht der Bericht deutlich: KI-Nutzung allein ist kein Selbstzweck. Entscheidend ist, ob sie langfristig zur Innovationsfähigkeit, Wettbewerbsstärke und Resilienz von Unternehmen beiträgt.
Grüne KI-Anwendungen für zukunftsfähige Unternehmen
Der Green-AI Hub Mittelstand unterstützt Unternehmen dabei, ressourcenschonende KI-Anwendungen für spezifische Prozesse zu entwickeln und zu pilotieren. Unsere 21 KI-Pilotprojekte zeigen, wie Unternehmen KI in der Praxis einsetzen können, um Materialien einzusparen und Prozesse effizienter und damit auch wirtschaftlicher zu gestalten. Insbesondere im verarbeitenden Gewerbe, das bislang nur in geringem Maße von KI-Anwendungen profitiert, schließt der Green-AI Hub eine Lücke. Er trägt KI-basierte Innovationen in die ganze Breite der deutschen Wirtschaft. Damit wird Grüne KI zum Hebel für beschleunigte Innovationsprozesse, Kosteneinsparungen und ökologische Verantwortung.
Indikatorenbericht des Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW)
Der Indikatorenbericht zur Innovationserhebung basiert auf dem Mannheimer Innovationspanel, wird seit 1993 durchgeführt und liefert einen umfassenden Überblick über Innovationsaktivitäten, -ausgaben und -erfolge von Unternehmen in Deutschland. Die Erhebung wird vom ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) durchgeführt und zählt zu den zentralen empirischen Grundlagen der deutschen Innovationspolitik.
Den vollständigen Bericht finden Sie hier.