Studie: Circular Economy ist Wachstumsmotor für die Industrie
Eine aktuelle Studie des BDI und der Boston Consulting Group (BCG) prognostiziert der deutschen Industrie durch die Circular Economy enorme Potenziale: Bis 2045 kann die zirkuläre Bruttowertschöpfung auf 125 Milliarden Euro steigen.
Die im Mai 2026 veröffentlichte Untersuchung „Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz“ analysiert die Effekte der Kreislaufwirtschaft auf die Schlüsselbranchen Mobilität, Maschinenbau, Bauwesen, Energie und Textil. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Circular Economy ist weit mehr als ein Nachhaltigkeitsthema – sie ist ein ökonomischer Hebel zur Sicherung des Industriestandorts. Für Unternehmen bedeutet dies nicht nur mehr Resilienz gegenüber Rohstoffrisiken, sondern auch neue, margenstarke Geschäftsmodelle.
Wirtschaftliches Potenzial und Resilienz
Die Studie zeigt, dass sich die zirkuläre Wertschöpfung in Deutschland von heute 60 Milliarden Euro bis zum Jahr 2045 mehr als verdoppeln kann. Kumuliert ergibt sich daraus ein zusätzliches Wertschöpfungspotenzial von bis zu 880 Milliarden Euro.
Besonders erwähnenswert ist die aktuelle Importabhängigkeit: Bei Schlüsselrohstoffen wie Lithium und seltenen Erden liegt die Quote bei nahezu 100 Prozent. Durch konsequentes Recycling und Wiederverwendung könnten bis 2045 zwischen 20 und 40 Prozent dieser strategischen Importe ersetzt werden. Das stärkt die Resilienz der Lieferketten gegenüber geopolitischen Spannungen und Preissprüngen massiv.
Neue Märkte für den Maschinenbau und digitale Lösungen
Deutschland verfügt über die technologische Basis, um die Kreislaufwirtschaft als Standortvorteil auszubauen. Dies sind unter anderem:
Wachstumsmärkte: Für Sortier- und Recycling-Technologien sowie die zugehörige Software wird ein globales Marktvolumen von über 150 Milliarden Euro erwartet.
Wettbewerbsvorteile: Modelle wie Remanufacturing (Wiederaufbereitung) und Refurbishment ermöglichen oft höhere Margen als die klassische Neuproduktion.
Klimaschutz: Die zirkuläre Strategie könnte die CO2-Emissionen um weitere 11 Millionen Tonnen senken und die Kosten der Energiewende um rund 40 Milliarden Euro reduzieren.
Handlungsbedarf für die industrielle Skalierung
Damit diese Potenziale gehoben werden können, beziffert die Studie den notwendigen Investitionsbedarf für zirkuläre Infrastruktur auf rund 20 Milliarden Euro. Darüber hinaus gilt es für Unternehmen nun, die Kontrolle über Materialflüsse zu gewinnen und zirkuläre Geschäftsmodelle konsequent zu skalieren, um strukturelle Kostenvorteile und neue Wachstumsfelder zu erschließen. Dazu brauchen wir intelligente Daten. Genau hier setzt der Green-AI Hub Mittelstand an: Wir unterstützen Unternehmen dabei, KI-Lösungen zu nutzen, um Ressourcen effizienter zu führen und zirkuläre Geschäftsmodelle profitabel zu skalieren. Den Link zur Studie finden Sie hier.