„Wir können unsere Produktionsplanung deutlich optimieren“
Die GROUP SCHUMACHER ist Zulieferer für die Landtechnik. Als führender Anbieter im Bereich Schnitt- und Bindetechnologie produziert die Unternehmensgruppe neben Schnittsystemen und Komponenten für Mähdrescher und Knotern für Quaderballenpressen auch Scheren und Trägersysteme für die Gehölzpflege. Da Auftragslage und Materialbestellungen lange im Voraus geplant werden, hat die Firma im Green-AI Hub-Pilotprojekt KI für die Optimierung des Forecasts eingesetzt. Frank Fojkis, IT-Leiter bei GROUP SCHUMACHER, erklärt, welche Vorteile KI bringt.
Was hat die Group Schumacher zu dem KI-Projekt motiviert?
„Als weltweit tätiger Zulieferer der Landtechnikbranche haben wir festgestellt, dass es schwierig ist, die Auftragslage und somit die Produktion und die dafür benötigten Materialien ideal vorauszuplanen. Es gibt einfach zu viele schwankende Einflussfaktoren, wie z.B. Rohstoffpreise oder die Wirtschaftslage, die unsere Aufträge beeinflussen. Die Vorausplanung ist für uns jedoch sehr bedeutsam, damit wir wirtschaftlich und ressourcenschonend arbeiten und nicht am Markt vorbei produzieren. Wir nutzen Materialien, deren Lieferzeit bis zu acht Monate beträgt. Wenn wir diese heute bestellen, müssen wir wissen, was wir in den nächsten ein bis zwei Jahren produzieren, um möglichst genau die Menge an Material zu beschaffen, wie wir auch tatsächlich benötigen. Diesen Forecast wollten wir daher deutlich vereinfachen.“
Wie kam dann KI ins Spiel?
„Wir hatten verschiedene Ideen. Damit sind wir auf den Green-AI Hub Mittelstand zugegangen, mit dem Ansatz, KI einzusetzen, um effizienter mit den notwendigen Ressourcen umzugehen. In mehreren Gesprächen und Workshops haben wir gemeinsam erarbeitet, welche KI-Lösung sich für uns eignen würde. So entstand eine KI-Assistenz, die verschiedene Daten analysiert und darauf aufbauend Empfehlungen für unsere Materialbeschaffung generiert.“
Wie lief das genau ab?
„Es wurde eine KI-Anwendung gebaut, die zum einen unsere historischen Lieferdaten und zum anderen unseren aktuellen Auftragsbestand nutzt. Diese Daten wurden erweitert durch externe Daten, wie beispielsweise den Branchenindex, Getreidepreise oder aktuelle Agrarnutzfläche. Mit diesem Paket wurden verschiedene Modelle trainiert und mit der tatsächlichen Auftragslage abgeglichen. So können wir nun tatsächlich unsere Produktionsplanung und die Materialbeschaffung deutlich optimieren.“
Was waren die Herausforderungen dabei?
„Eine große Herausforderung war die Bereitstellung der unterschiedlichen Datenquellen. Einige Daten mussten bereinigt werden, z. B. wurden ungewöhnliche Ereignisse herausgerechnet, die das Bild verfälschen können. Auch gab es Unternehmensentscheidungen zu verschiedenen Produkten. Zum Beispiel wurden Artikel umbenannt und hatten dann einen anderen Dateneintrag. Dies alles mussten wir erst manuell prüfen und dann die verschiedenen Datensätze zusammenführen. Das war schon eine Schwierigkeit, hat sich aber gelohnt.“
Wie blicken Sie auf das Projekt zurück?
„Die Zusammenarbeit mit dem Green-AI Hub Mittelstand war hervorragend. Es war sehr beeindruckend, wie gut sich das Team in unser Business eingefunden und die richtigen Fragen gestellt hat. Es wurde auf Augenhöhe diskutiert, die KI-Fachleute sind auf unsere Anforderungen eingegangen und das Ergebnis ist wirklich klasse!“
Lässt sich bereits einschätzen, ob das Projekt erfolgreich war?
„Zum aktuellen Zeitpunkt ist dies noch schwierig zu sagen, dazu muss die KI erst noch länger im Betrieb aktiv sein. Wir hoffen allerdings, dass wir mit dem Projekt bereits ab dem kommenden Jahr keinen Ausschuss mehr produzieren, nicht am Markt vorbeiproduzieren und neben der Materialeffizienz deutlich Kosten einsparen.“
Vielen Dank für das Gespräch!
Vorstellungsvideo:
KI-Pilotprojekt GROUP SCHUMACHER
KI-Pilotprojekt GROUP SCHUMACHER
Weitere Informationen zu unserem gemeinsamen KI-Pilotprojekt mit GROUP SCHUMACHER finden Sie hier.