Green-AI Hub @Circular Valley Convention – Wie KI die Kreislaufwirtschaft pusht
Zwei Tage lang wurde das Areal Böhler in Düsseldorf zum pulsierenden Treffpunkt für alle, die an der Wirtschaft von morgen arbeiten. Bundesumweltminister Carsten Schneider informierte sich am Stand des Green-AI Hub über einige unserer KI-Pilotprojekte.
KI als Motor der Circular Economy
Am 11. und 12. März 2026 versammelte die Circular Valley Convention (CVC) Entscheider*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft mit einem klaren Ziel: die Transformation hin zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft zu beschleunigen. Ein Publikumsmagnet war der Stand des Green-AI Hub Mittelstand, der mit seinem Green-AI Hub Mobil und ausgewählten KI-Demonstratoren aus aktuellen Pilotprojekten vor Ort war. Wie Künstliche Intelligenz (KI) Unternehmen konkret dabei unterstützen kann – etwa Produktionsprozesse zu optimieren oder Ressourcenströme datenbasiert zu analysieren – ließ sich neben zahlreichen Gästen auch Bundesumweltminister Carsten Schneider am Green-AI Hub Stand vorstellen.
In seiner Keynote betonte der Bundesumweltminister, dass 88 Prozent der Unternehmen positive Effekte von der Circular Economy erwarten. „Die Zukunft ist zirkulär“, unterstrich er. Er hob die wirtschaftlichen Chancen und ökologischen Potenziale der Kreislaufwirtschaft hervor und erklärte, dass das Bundesumweltministerium die Umsetzung der Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NWKS) mit Nachdruck vorantreibe. In diesem Zusammenhang verwies er auch auf das dazugehörige Aktionsprogramm. Zugleich appellierte er an die Anwesenden, die Transformation zur Kreislaufwirtschaft als gemeinsame Aufgabe von Bund, Ländern und allen beteiligten Initiativen zu verstehen, um Kräfte zu bündeln und Synergien zu schaffen.
Digitaler Produktpass durch intelligente Bilderkennung
In nahezu allen Vorträgen wurde deutlich, welche zentrale Rolle digitale Technologien für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft spielen können. Wie KI dabei unterstützt, zeigte Johannes Fischer, Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) & Green-AI Hub, beispielhaft anhand eines unserer KI-Pilotprojekte in seinem Impulsvortrag. System 180 entwickelte eine KI-basierte Objekterkennung, die Möbelstücke und deren Komponenten automatisch identifizieren und ihren Zustand bewerten kann. Grundlage dafür ist ein mehrstufiger Prozess: Zunächst werden Trainingsdaten erstellt, in denen Möbel, Bauteile und deren Zustand – etwa intakt oder beschädigt – gekennzeichnet werden. In einer Webanwendung werden diese Informationen zusammengeführt und bilden die Basis für einen digitalen Produktpass. Dadurch wird transparent, aus welchen Komponenten ein Produkt besteht und in welchem Zustand sich dieses befinden. KI hilft somit dabei, Materialien länger im Nutzungskreislauf zu halten und neue Wege für zirkuläre Geschäftsmodelle zu erschließen.
Vorstellungsvideo: KI-Pilotprojekt System 180
Kreislaufwirtschaft vom Konzept zur konkreten Praxis
Mit einem Mix aus Konferenz, Expo und intensiven Networking-Formaten bot die Veranstaltung einen umfassenden Blick auf die Zukunft der Circular Economy. Über 200 Speaker*innen diskutierten auf mehreren Bühnen, mehr als 100 Aussteller*innen präsentierten ihre Lösungen – von nachhaltigem Produktdesign über innovative Materialien bis hin zu digitalen Tools und modernen Recyclingstrategien. Die Vielfalt der vorgestellten Ansätze machte deutlich: Die Kreislaufwirtschaft entwickelt sich zunehmend vom Konzept zur konkreten Praxis. Unternehmen zeigten neue Geschäftsmodelle, die Produkte länger nutzbar machen, Ressourcen effizienter einsetzen oder Materialien wieder in Wertschöpfungsketten zurückführen.
Besonders sichtbar wurde dabei die Rolle digitaler Technologien. Daten, intelligente Analysen und automatisierte Prozesse werden immer stärker zum Schlüssel, um Stoffströme transparent zu machen und Kreisläufe effizient zu schließen.